Niedrigschwellige Instandsetzung brachliegender Industrieanlagen mit nutzerorientiertem Umbau
zu kostenoptimierten Arbeitsräumen für die Kreativwirtschaft

Die PUBLIKATION der Diskussionsergebnisse vom FACHWORKSHOP PARADIGMA Blickwechsel Neue Arbeitswelten COPYRIGHT gibt es zum Download auf den Seiten des LEIIK Leipziger Institut für Kommunikation hier

Creative City Leipzig

Sieben Arbeiten der Leipziger Filmemacherin Alina Cyranek aus der Reihe „Creative City Leipzig“ (gefördert durch die Stadt Leipzig im Rahmen des EU-Projekts Creative Cities)

Von der Industriebrache zur kreativen Produktionsstätte

Im Mittelpunkt des Projekts, welches diese Website begleitet, stehen zwei bekannte Probleme, die sich immer weiter zuspitzen: Zum einen der anhaltende Leerstand und Verfall historischer Industrie- und Gewerbebrachen, die aufgrund ihrer Fläche und Bauweise als problematisch gelten und deren mögliche museale Nutzung durchaus attraktiv, aber auch kostenintensiv sein kann, und zum anderen der zunehmende Mangel an passendem Arbeitsraum für den jungen und rasant wachsenden Cluster der sogenannten „Kreativwirtschaft“.
Beispielhaft führen derzeit die steigenden Mieten in den sächsischen Metropolen Leipzig und Dresden zu einem neuen Gentrifizierungsschub, wie er aus Städten wie Hamburg und bereits auch aus Berlin bekannt ist. Denn entscheidend ist neben dem Vorhandensein von großem (Frei)Raum die Finanzierbarkeit und Bezahlbarkeit der Mietflächen, um Investoren und kreative Nutzer zusammenzubringen. Die sogenannten „Kreativen“ sind flexibel, vernetzt und können sich ihren Arbeits- und somit Lebensort oft frei wählen. Die „Abwanderungsdiskussion" ist in vollem Gange – gesucht werden „creative cities“.

In der aktuellen Phase des  Demografischen Wandels muss neben der Überalterung der Gesellschaft die veränderte Lebenssituation der jungen und mittleren Generationen noch stärker in den Focus rücken, das heißt auch die Veränderung der Arbeitswelten und die Anforderungen an die „Produktionsstätten“.

Die Europäische Union hat die wirtschaftliche Bedeutung der Kreativwirtschaft erkannt und dies in die Lissabon-Agenda einfliessen lassen, deren Hauptziel es ist, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu erhöhen.

Um den eigenen Standort zu stärken, ist die Integration der sogenannten „Kreativen Klasse“ als wesentlicher Teil einer „Wissensgesellschaft von morgen“ heute notwendig – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Längst gilt das kulturelle und kreative Umfeld einer Region oder Kommune als entscheidender Standortfaktor bei der Ansiedlung von Unternehmen.

Von April 2013 bis Juni 2019 wurde dazu das Groß-Projekt "Niedrigschwellige Instandsetzung brachliegender Industrieanlagen für die Kreativwirtschaft - IBKW Teil I, II und III im Rahmen der angewandten Bauforschung als Forschungsprojekt in der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und als "Modellvorhaben Kreativwirtschaft" des Sächsischen Staatsministeriums des Innern durchgeführt.

Im September 2019 wurde im Auftrag der Stadt Bad Muskau und mit Unterstützung des sächsischen Staatsministerium des Innern das Anschlussprojekt "Demographische Entwicklung und Strukturwandel im ländlichen Raum /Chance für und mit der Kreativwirtschaft - Niederländischer Hof/Bad Muskau" (Kurztitel WAL - Wohnen und Arbeiten auf dem Land) gestartet.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten gibt es hier